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Sonntag, 1. Oktober 2017

Fragen an Martha, Nr. 8


Schrecklich gern würde ich in verschiedensten vergangenen Epochen mal für eine Weile ein unsichtbares (und unverwundbares) Mäuschen spielen. Leben möchte ich aber nicht in der Vergangenheit. So sehr man an der Gegenwart herummäkeln kann, leben wir doch im Vergleich zu früher ein leichtes und sicheres Leben, vor allem als Frauen. Ich bin zu froh, dass ich in einer Gesellschaft lebe, die mir (zumindest theoretisch und einklagbar) als Frau dieselben Rechte einräumt wie den Männern. Ich bin froh, dass ich meine Kinder in einer Zeit zur Welt bringen durfte, in der die meisten Mütter die Geburt überleben und Säuglinge im Vergleich zu früher eine sehr hohe Überlebenswahrscheinlichkeit haben. Und neben all diesen hochwichtigen Errungenschaften finde ich es auch toll, dass Tee, Kaffee und Schokolade keine absolut unerschwinglichen Luxusgüter mehr sind. ;-)
Ich kann gar nicht sagen, dass mich das 17. Jahrhundert viel mehr fasziniert als andere Epochen. Aber je länger ich recherchierte, desto stärker nahm mich die höfische Atmosphäre dieser Zeit gefangen: die Üppigkeit der Ausstattung, von Kleidern bis zu Möbeln und Mahlzeiten, dabei die ungeheuer komplizierten Regeln des Zeremoniells und die verwickelten Machtspiele, bei denen jede kleine Äußerung ungeahntes Gewicht haben konnte. Tatsächlich war das alles eine fortwährende Schauspielerei. Nicht umsonst liebte der Adel zu dieser Zeit Maskenfeste und Theater aller Art. Eine Maske konnte für eine Weile die alltägliche, zwanghafte Selbstdarstellung verändern und vielleicht eine kleine Erleichterung verschaffen.

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